Bei Kimchi denkt jeder automatisch an das sehr stark gewürzte, fermentierte Kohlgemüse koreanischer Art. Während meiner Recherche bin ich über Tempel Kimchi gestolpert. Diese Variante stammt aus den buddhistischen Tempeln Koreas. In der Tempel-Philosophie glaubt man, dass Zutaten wie Knoblauch und Zwiebeln zu viel „Hitze“ und Leidenschaft im Körper erzeugen. Das stört die Ruhe und Konzentration bei der Meditation. Mich hat eher meine Knoblauchfahne gestört, die ich selber den ganzen Tag gerochen habe! 🧄
Ich mag ja eh gerne so plaine Sachen. Daher haben wir auch bei unserem Kimchi-Rezept weggelassen, was die Ruhe stört. Als Kohlart haben wir uns für Wirsing entschieden. Die Fermentation funktioniert aber sicher auch ganz klassisch mit Chinakohl.
Wirsing braucht Liebe – und ein bisschen Druck. Während der Chinakohl eher der sanfte Typ ist, will der Wirsing ordentlich massiert werden, bis er weich wird. Die Mühe belohnt er mit einem unglaublichen Crunch, den kein anderer Kohl hinbekommt.
Rettich, der heimliche Star
In unserer Kimchi Plain Variante haben wir weißen Rettich mit an Bord geholt. Rettich enthält Senföle (Isothiocyanate). Diese geben ihm nicht nur die typische, feine Schärfe, sondern wirken stark antibakteriell. In deinem Gärglas fungiert er als „Türsteher“: Er hilft den guten Milchsäurebakterien, sich gegen unerwünschte Keime durchzusetzen.
Der „Crunch-Garant“
Während der Wirsing mit der Zeit eher weich und geschmeidig wird, behält der Rettich seinen Biss. Selbst nach Monaten im Kühlschrank sorgt er für das befriedigende „Knacken“ beim Essen.
Wusstest du, dass Rettich-Kimchi (Dongchimi) eigentlich viel älter ist als das heute bekannte rote Kohl Kimchi? Bevor die Chilischote im 16. Jahrhundert nach Korea kam, war fermentierter weißer Rettich in Salzlake das Hauptnahrungsmittel im Winter.
Geduld
Warten, warten, warten. Wirsing Kimchi schmeckt nach 2 Wochen gut, ist aber nach 4 Wochen erst richtig „super“, weil die robusten Blätter Zeit brauchen, um die Aromen bis in den Kern aufzusaugen. Wann es euch am besten schmeckt, entscheidet ihr, deshalb immer wieder mal probieren!
Nährstoffcheck
Vitamin-C-Boost: Wirsing hat fast doppelt so viel Vitamin C wie ein Apfel. Fermentiert wird daraus ein Immunsystem-Booster, der jede Apotheke im Regen stehen lässt.
Die Vitamin-B-Veredelung das Zusammenspiel aus dem Zucker des Apfels und den Fasern des Kohls lässt die Bakterien Überstunden machen. Sie produzieren während der Wartezeit:
Folsäure B9, die im Wirsing ohnehin schon reichlich vorhanden ist und durch die Fermentation stabilisiert wird.
Die Synergie von Apfel und Eisen Wirsing liefert pflanzliches Eisen. Damit dein Körper das aber richtig aufnehmen kann, braucht er Vitamin C und Fruchtsäuren. Der Apfel liefert beides mit. Er ist also nicht nur für den Geschmack da, sondern fungiert als „Türöffner“ für die Mineralstoffe.
Rettich als Verdauungs-Turbo Rettich enthält spezifische Enzyme (Amylasen), die bei der Verdauung von Kohlenhydraten helfen. In Kombination mit den Probiotika macht das dieses Kimchi extrem bekömmlich – selbst für Menschen, die bei Kohl sonst eher „aufgebläht“ reagieren.





















