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8 Merkmale der ayurvedischen Küche

Mit ayurvedischem Essen assoziieren viele ein deftiges, duftendes Curry mit exotischen Gewürzen. Warum ayurvedische Kost jedoch nicht automatisch gleichzusetzen ist mit der indischen Küche, was sie ausmacht und wie sie jede/r in sein Leben integrieren kann- möchte ich mit diesem Artikel nahe bringen.   Keine Exklusivität Obwohl der Ayurveda und sein Ernährungsaspekt ihre Wurzeln im…
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12. November 2015 // manuel
Mit ayurvedischem Essen assoziieren viele ein deftiges, duftendes Curry mit exotischen Gewürzen. Warum ayurvedische Kost jedoch nicht automatisch gleichzusetzen ist mit der indischen Küche, was sie ausmacht und wie sie jede/r in sein Leben integrieren kann- möchte ich mit diesem Artikel nahe bringen.  

Keine Exklusivität

Obwohl der Ayurveda und sein Ernährungsaspekt ihre Wurzeln im indischen Raum haben, sind die dem Ayurveda innewohnenden Prinzipien universell gültig und auch in anderen Kulturkreisen vorzufinden. Überall lassen sich kulinarische Gebräuche finden, welche sich über Generationen bewährt haben und aus ayurvedischer Sicht sinnvoll sind.

Universell gültige Grundrichtlinien

Die Kernfrage ayurvedischer Ernährung lautet: Ist das jeweilige Essen für den spezifischen Essenden geeignet? Ist es bekömmlich, also kann es richtig verdaut werden und dem Körper so Energie und Tonus geben? Oder ist es unpassend und belastet in Folge dessen den Organismus?

Es gibt 8 wichtige Richtlinien welches ayurvedische (also gesundheitsfördernde) Ernährung ausmachen:

  1. Auf Qualität achten. Frische  unbehandelte, regionale und saisonale Lebensmittel wählen. Sie enthalten genug Prana, Lebenskraft (oder auf westlich: Vitamine und Spurenelemente) um unseren Körper und Geist richtig zu nähren. Menschen haben sich seit jeher von dem ernährt, was in ihrem nahen Umfeld gediehen ist.
  2. Gut ist nur, was richtig verdaut wurde! Das Verdauungsfeuer möchte gepflegt werden: Nur Essen wenn wirklich hungrig, vorwiegend warm (Kaltes ist generell schwerer verwertbar), dazu wenig und bevorzugt warm trinken, auf die richtige Menge an Nahrung sowie regelmäßige Essenszeiten achten. Vor allem ohne Hektik bewusst genießen (versus Runterschlingen)! Diese Erkenntnis und Empfehlung findet man weltweit.
  3. Ein ayurvedisches Mahl enthält alle sechs Geschmacksrichtungen (süß, sauer, salzig, scharf, bitter und zusammenziehend) und wird dadurch als sehr „rund“ und appetitanregend empfunden. Viele international beliebte Gerichte haben genau deshalb so viele Fans! Beispiel Pizza: Milde Süße durch den Getreideteig und den Käse, sauer durch die Tomatensauce, Salz, Käse, scharf, bitter und herb durch Thymian, Oregano und Co. Schon beim Gedanken daran, läuft das Wasser im Mund zusammen!
  4. Die eigene Konstitution und die fünf Elemente berücksichtigen um Balance zu schaffen: Feuertypen (Pitta) brauchen nahrhafte Nahrung mit besänftigenden, kühlenden Eigenschaften, Kapha- (Erde und Wasser) Schärfe, Leichtigkeit und Hitze, damit ihr Stoffwechseln in Gang kommt und sie Probleme wie Übergwicht vermeiden und Vata-Typen (Luft und Raum) tun vor allem Wärme, Ölung und Feuchtigkeit gut, da sie zu Trockenheit und Kälteproblemen tendieren. Auch ohne bewusst mit dem Konzept von Ayurveda in Kontakt gekommen zu sein, wählen viele intuitiv das Essen, welches sie gerade benötigen. Leider hat die heutige „Lebensmittel“-Industrie mit ihrer Werbung sowie künstlichen, süchtig machenden Inhaltsstoffe einen Großteil von diesem gesunden Gespür weggebracht.
  5. An Ort, Zeit und Klima anpassen. Zum Beispiel abends und im Sommer nicht zu schwer essen, bei Regenwetter kaltes und nasses (z.B. Eiscreme) vermeiden.
  6. Die Zubereitung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Bohnen etwa sind roh ungenießbar. Gekocht, kalt und „blank“ verursachen sie bei den meisten Blähungen. Darum sind Hülsenfrüchte (und andere schwer verdauliche Lebensmittel) generell deftig gewürzt.
  7. Es gibt zudem ungünstige Kombinationen: Frische Früchte etwa sollten nur alleine gegessen werden, da sie sonst unangenehme Gärungsprozesse in Gang setzen.
  8. Laut Ayurveda haben auch die Produktionsbedingungen der Nahrung einen Einfluss auf unseren Organismus. Dass wir uns und unserer Mitwelt mit Tierprodukten aus Massentierhaltung nichts Gutes tun ist, denke ich, klar. Und: Läßt sich das Essen nicht noch besser genießen im Wissen dass niemand unter seiner Herstellung leiden musste? Ab zu Bio-, Fairtrade- und Vegan-Labels!

Ist nun also jedes indische Gericht ein ayurvedisches?

Man kann sich prima an indischer Kost überessen, weil sie meist so lecker ist. Verhaltensfrage. Für manche Menschen sind die Samosas zu fettig oder das gewählte Curry zu scharf. Typfrage. Oft stammt die Milch aus ökonomischen Gründen aus Massentierhaltung, die Mango wurde von einer Kinderhand geerntet… Wie in den meisten konventionellen gastronomischen Betrieben. Ethikfrage. Und so weiter… Viel Spaß beim (Wieder)Entdecken der ganz individuellen, ayurvedischen Ernährung!

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