Die Spargelzeit beginnt in Deutschland Anfang April und endet traditionell am 24. Juni (Johannistag), auch „Spargelsilvester“ genannt. Das feste Enddatum hat einen biologischen Grund: Die Pflanzen benötigen nach der Ernte eine Ruhephase von mindestens 100 Tagen bis zum ersten Frost, um Kraft für das nächste Jahr zu sammeln. Würde man länger ernten, fiele die Ernte im Folgejahr deutlich geringer aus. Eine alte Bauernregel besagt passend dazu: „Kirschen rot, Spargel tot.“
Spargel roh?
Jawohl, Spargel eignet sich wunderbar zum rohen Verzehr! Allerdings ist der Grüne besser als der Weiße. Spargel ist eine der besten Quellen für Folsäure. Auch als B9 bekannt. Sie ist extrem wasserlöslich und hitzeempfindlich. Beim Kochen verlierst du bis zu 50 % davon. Roh bleibt sie komplett erhalten – super für die Zellteilung, super für die Blutbildung, super für dich! 🙂
Grün, weiß, was war doch gleich der Unterschied?
Wusste jeder schon mal, hat auch jeder gleich wieder vergessen, deswegen hier noch einmal: Beides ist ein und dieselbe Pflanze! Weißer Spargel wächst unterirdisch. Der grüne Spargel ist der Teil, der den Weg zur Sonne sucht. Beim Durchbrechen durch die Erde bildet er Chlorophyll, um Fotosynthese zu betreiben – und wird dadurch grün und gleichzeitig auch gesünder, weil er mehr Vitamine bildet!
Wie kommst du da jetzt drauf?
Das Rezept entstand bei der Planung unseres jährlichen Osterbrunches auf unserer Insel im Spreewald. Manchmal kommen mir so spontane Geschmackskombinationen einfach, wenn ich mich mit Jule über Essen unterhalte. Oft sind es Geschmäcker, Texturen und Farben, die sich in meinem Kopf zu einem neuen Rezept zusammenfügen. So auch dieses Mal.
Bei dieser Variation wollte ich die Knackigkeit von sehr frischem grünen Spargel mit der der Gurke kombinieren. Sie sind ähnlich und doch sehr verschieden. Der Spargel hat diese frische, knackig grüne, milde, nussige Note. Die Gurke ähnelt dem Spargel in der Knackigkeit, ist aber viel milder und wässriger.
Die Avocado schafft durch ihre Sämigkeit eine tolle Brücke zwischen den beiden. Gerade wenn die Natur draußen zu grünen beginnt, ist es ein toller Salat, der diese Farbstimmung an monochromen Grüntönen wunderbar widerspiegelt. Das Miso-Dressing bringt einen tollen Umami-Pep. Der Apfelessig verleiht dem Ganzen eine feine, fruchtige, süßliche Apfelnote und rundet das Ganze ab.
Happy Springtime! 🌱🌱🌱



