Mit Kimchi musste ich mich erst anfreunden. Drei Anläufe habe ich gebraucht. Die Varianten, die ich gekauft hatte, schmeckten mir gar nicht, und der unangenehme Geschmack, den ich den gesamten Tag mit mir herumtrug, machte mir Kimchi nicht sympathischer. Das Wort „Kimchi“ ist tatsächlich nur ein Sammelbegriff für fermentiertes Gemüse. Das wusste ich vorher auch nicht. Ich hatte Kimchi immer mit Chinakohl assoziiert.
Von Beete über Möhre zum Kohl
Die ersten eigenen Versuche weckten jedoch schnell mein Interesse an dieser an Alchemie erinnernden Methode, einfache Lebensmittel in Superfood zu transformieren. „Mein Credo: Anfangen mit dem, was schmeckt – wachsen mit dem, was gelingt.“ Den Anfang machten Rote Bete mit Birne und Ingwer. Das Ergebnis? Ein absoluter Hammer!
Von da aus ging es weiter Richtung Möhre und ja schließlich auch zum Kohl. Aus Spitzkohl und Wirsing haben wir auch 2 tolle Rezepte entwickelt, die uns die Integration dieses Mikrobiom-Superfoods in unseren wöchentlichen Speiseplan sehr leicht gemacht haben. In dieser Variante wollten wir uns nun aber endlich dem traditionellen Kimchi widmen.
Die Zeit macht den Kohl erst fett
Fermentation ist supercool und spannend. Wie an anderer Stelle schon erwähnt: Das Zauberwort heißt hier „Geduld!“ Fermentation ist ein Prozess und der benötigt Zeit. Wer also schnell möchte, dem sei hier abgeraten. Aber für alle, die sich die Zeit nehmen möchten: „Probiert es unbedingt!“
Im Grunde ist es super simpel: Wasser, Salz, Gemüse. Hier könnt ihr einfach spielen und alles Erdenkliche kombinieren. Das Schöne ist: Während ihr wartet, wird aus einfachem Gemüse fein prickelndes Probiotik-Superfood. Durch die Fermentation des Kimchis entstehen Billionen von Milchsäurebakterien (vor allem Lactobacillus). Beim Verzehr wirken sie wie eine Verjüngungskur für deine Darmflora – und ein gesunder Darm ist bekanntlich die Basis für ein starkes Immunsystem.
Aber das ist noch nicht alles:
Vitamin-Explosion durch Fermentation
Interessanterweise erhöht der Fermentationsprozess den Vitamingehalt:
B-Vitamine: Während es im Glas prickelt und arbeitet, verdoppeln die Bakterien fast wie von Zauberhand den Gehalt an B-Vitaminen. Von B1 für die Energie bis hin zum seltenen B12 liefert Kimchi dir einen kompletten Nerven-Komplex. Es ist also echtes „Brainfood“, das dich nicht nur gesund, sondern auch gelassen macht. Hinzu kommen massig Vitamin C für die Abwehrkräfte und Vitamin K für die Knochen.
Natürlicher Entzündungshemmer
Die Kombination aus Knoblauch, Ingwer und Chili wirkt wie ein natürliches Antibiotikum. Das Capsaicin aus dem Chili kurbelt den Stoffwechsel an. Ingwer und Knoblauch wirken entzündungshemmend und senken nachweislich den Cholesterinspiegel.
Bioverfügbarkeit
Der Chinakohl ist im Kimchi bereits „vorverdaut“. Die Bakterien haben die harten Zellstrukturen des Kohls schon aufgebrochen. Das bedeutet: Dein Körper kommt viel leichter an die Mineralstoffe (wie Kalzium und Eisen) heran!
Und nun: Viel Spaß beim Ausprobieren!


























